überall in den Biotopen Party, Club und Bühne findet man inzwischen die verschiedenen Spezies der Gattung Homo funis (dt.: Fessler). Diese neuerliche, weitreichende Verbreitung ist nicht dem Klimawandel zuzurechnen, zumindest darin sind sich die Wissenschaftler einig, auch wenn sie noch nach den eigentlichen Ursachen im dichten Nebel der eigenen Erkenntnis herumstochern.
Die Gattung Fessler ist inzwischen so perfekt an die widrigen Lebensbedingungen mit Schummerlicht, Dauerbeschallung und sehr wenigen öffentlich zugänglichen Wasserstellen dieser Biotope angepasst dass die sich schlagartig in den letzen Jahren vermehren konnte.
Fessel vermehren sich nicht über Zellteilung und auch Windbestäubung fällt als Reproduktionsmechanismus aus. Vielmehr vermehren sich Fessler durch einen Virus der optisch übertragen wird. Sein Endecker benannte diesen Virus aus Mangel an Lateinkenntnissen in Boh-ist-das-cool-Virus.
Warum manche immun gegen diesen Virus sind, der selbe aber für Andere hochgradig ansteckend wirkt, ist unklar. Die Wirkweise ist immer die gleiche: Ein bis dahin völlig unauffälliger und – soweit man das von außen beurteilen kann – normaler Mensch sieht einen Fessler und wird von diesem angesteckt, einfach in dem er dem Fessler zusieht. Das geht meistens einher mit einem offenen Mund, einem leicht glasigen Blick und dem Gedanken: „ Boh-ist-das-cool“.
An und für sich ist das gar nicht schlecht, den jede Spezies braucht Nachwuchs und frisches Blut. Doch wie bei jedem Nachwuchs sollte auch hier eine Phase der betreuten Adoleszenz folgen.
Die stark Neuinfizieren werden dann meistens über Nacht, sozusagen im Schlafe, Fesselmeister.
Ich habe den Verdacht, das funktioniert nachdem: Eh-willste-Cool-sein-Dann–mach-ma–was-Bondätsch-Prinzip
Schmerzhaft! Gerade in freier Wildbahn für den optisch vergewaltigten Zuschauer, der die Bemühungen so mancher selbsternannter Fesselmeister ertragen muss, zum anderen auch den Menschen, die sich in die Hände von diesen Fesselmeistern begeben.
Da fliegen die Seile dem Partner um die Ohren, werden geknotete Enden in Augen geschlagen, Kunststoffseile schnell über nackte Haut gezogen und so manch andere Körperverletzung begangen das einem Angst und Bange um das Wohlergehen wird. Mit dem Feingefühl einer Planierraupe wird blindlings Leib und Seele der Gefesselten auf’s Spiel gesetzt. Und das nur weil man ja ach so cool ist, beziehungsweise sein will!
Diese Spezies Kinbarambos findet man überall und das ist auch nicht geschlechtsspezifisch, weibliche Kinbarambos sind genauso häufig wie männliche. Es ist ja historisch überliefert, das Seil auch eine Waffe sein kann, allerdings haben die alten Japaner Seil als Waffe hauptsächlich zur Abwehr eingesetzt und nicht zum Angriff. Mag das jemand mal bitte diesen Kinbarambos sagen?
Auch in den Biotopen der Homo-Funis gelten die Gesetze der Physik. Auch hier gibt es Gravitation und die Newtonschen Axiome gelten. Das ist nicht verhandelbar und das SSC Paradoxon ist für die Physik keine systemimmanente Größe. Dennoch scheint es, dass eine spezielle Spezies glaubt die Physik ignorieren zu können.
Nur verformungsresistente Materialien können Druckkräfte aufnehmen, Seil gehört nicht zu diesen. Oder hat schon mal jemand mit Erfolg versucht einen Hund an der Leine zu schieben? Dennoch versucht diese Spezies andauernd Seil zu schieben. Ob nun mit oder ohne Partner dran spielt keine Rolle, fleißig stopft man das Seil unter Wicklungen hindurch.
Eine heißes Bondagespiel möchte ich gerne beobachten und mich daran erfreuen. Das fällt schwer, wenn die einzigen Ursache für aufkommende Hitze in dem Spiel nicht von den beiden Menschen herkommt, sondern allein in der Reibung begründet ist mit der das Seil über Haut oder zwischen anderen Seilen hindurchgezogen wird. Riecht es verbrannt, ist es zu spät.
Eine Spezies ist sehr selten den der Lebensraum dieser Shibartisti genannten Spezies scheint ein sehr karger zu sein. Nur sehr langsam wachsen sie heran. Viele Jahre baucht es um einen Shibartisti groß zu ziehen, dass wird niemand über Nacht. Vielmehr benötigt es mindesten ein Elterntier, welches dem jungen Wesen mit Rat und Tat zu Seite steht, ihn in die Gesetze der Physik einführt und in der Phase der Adoleszenz begleitet, den es gilt viel zu lernen.
Shibartisti zu beobachten ist eine Freude. Sehr genau achten sie auf ihre Partner, führen diesen in ein Land tiefer emotionaler Verbindung. Ihr Seil dient mehr als Kanal für die Übertragung Energien als zum bloßen festbinden von etwas das eh nicht abhauen würde. Shibartisti verfügen über die Gabe ihren Partner und auch etwaige Beobachter über ihre Ausstrahlung und Hingabe in den Augenblick zu fesseln.
Euer Zamil