| Innenansichten 3 |
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| Written by Zamil |
| Sunday, 13 December 2009 19:40 |
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Liebe Leserinnen und Leser, Neulich fand wieder die Schwimm-WM statt. Vieles fiel ins Wasser, vor allen Dingen die Schwimmer und Schwimmerinnen. Aber, was rede ich da, sie fielen ja nicht, sie sprangen ins Wasser, ins kalte versteht sich. Nur die Medaillenträume vieler sind ins Wasser gefallen. In Rom war das, der ewigen Stadt am Tiber, der auch kaltes Wasser führt.
Nun haben wir also wieder neue Meister, Schwimmmeister, Meisterschwimmer oder Weltschwimmmeister, ganz nach Belieben. Bei unserem Lieblingsthema gibt es keine Meisterschaften. Keine Wettkämpfe in schönen Städten, keine Medaillen und auch Transparente wie „“Lass Dich nicht so hängen!“ fehlen. Wahrscheinlich deswegen gibt es keine akkreditierten Bondagemeister. Wer sollte diese auch prüfen und akkreditieren und auf welcher Grundlage? Doch ach, was red ich da, stimmt ja gar nicht. Bondagemeister gibt es ja wie Sand am Meer. Jeder der fehlerfrei seine Schuhe zubinden kann und das mutiger weise öffentlich macht wird ziemlich schnell zu einem solchen Meister. Manchmal ohne es zu wissen und wie gesagt meistens ohne größeren Aufwand. Insofern ist die quasi öffentlich vergebene Meisterschaft inflationär und dementsprechend wertlos. Doch wehe dem, der sich selbst zum Meister erkürt, er macht sich doch nur lächerlich und zieht mit seinem eigenen, bedauernswerten Selbstkröhnungsversuch sich selbst und alle Anderen – auch die ernsthaft Strebenden - doch nur in die Lächerlichkeit. Neben diesen Rittern der eher traurigen Gestalt gibt es noch solche die es quasi verdient hätten, wenn wir eineinhalb Augen zudrücken, als Meister ihrer Zunft anerkannt zu werden. Das sind diejenigen, die gefesselt von ihrem eigenen Können – welches sicherlich bewundern- und anerkennenswert ist – durch diese unsere Bondagewelt streifen und sich selbst als universelles Maß der Dinge ansehen. Sozusagen sind diese Menschen das Zentrum unseres Bondageuniversums und unser Zentralgestirn – die Sonne – scheint direkt aus ihrem... nein, da scheint ja kein Licht wenn ich's mir genauer ansehe, aber das will ich ja auch nicht. Japan hat ja bekanntlich nicht nur Seile zu bieten, sondern hat es vermocht assimilativ eigene Philosophien und Religionen zu kreieren. Vor diesem Hintergrund reicht es eben nicht aus, sein Handwerk nur zu beherrschen um ein Meister zu werden. Zumindest nicht dann, wenn dieses Handwerk aus Japan kommt, dem Land welches es historisch belegt und kulturell integrativ immer wieder verstand seine Handwerksausübung mit den landeseigenen Philosophien zu verbinden. Und hier fehlt und mangelt es an allen Ecken unserer Bondagewelt. Anscheinend verstehen sich fernöstliche Philosophie und Pornoproduktion nicht wirklich gut. Fast ausnahmslos alle „großen“ Fessler des Inselreiches produzieren das ein oder andere Filmchen, „professionalisieren“ ihr Handwerk damit es goldenen Boden bekommt – sprich sie tauschen Moneten gegen Wichsvorlagen. Ich habe nun ach! mit redlichem Bemühen Philosophie, Religion und auch die „großen“ Fessler zwar nicht studiert, mich doch aber mit deren Ergebnissen und Lehren beschäftigt und siehe da, hier sticht der eklatante Mangel an einer integrativen Lehre, einer Lehre die sowohl Fesselkunst als auch Philosophie zu einer Einheit verschmilzt, ähnlich wie es beim Kendo der Fall ist, fürchterlich in mein Auge. Aber ach! Warum denn dieser hohe Anspruch an eine Meisterschaft, warum die Messlatte so hoch legen, dass nur wenige diese erreichen können? Neben dem Fehlen der zuvor angesprochenen Lehre fällt einem unbedarften Beobachter bei so manchem „Großen“ noch etwas auf: Das Hagakure (Ehrenkodex der Samurai, entstand zwischen 1710 und 1716 in Japan) spricht frei und offen über Kunst und Kunstfertigkeit: „Weit jenseits dieser Stufe (der Kunstausübung) liegt die höchste Ebene, auf der man die allerletzte Sphäre einer Kunst erklimmt. Einmal tief darin, erkennt man im immerwährenden Wissen des eigenen, niemals vollendeten Könnens, dass für das Ausüben einer Kunst kein Ende existiert. So lebt der Meister sein Leben, sich seiner Unvollkommenheit bewusst, niemals mit seinen Fähigkeiten zufrieden, selbst am allerletzten Tag nicht, weder eingebildet noch herablassend“. Hier beginnt und endet für mich Meisterschaft, findet die Messlatte ihr Maximum. Und wenn das Zentralgestirn jemandem da heraus scheint wo normalerweise kein Licht hinkommt, dann fällt für mich die Meisterschaft ins Wasser. |


